Welcher Karriereweg führt zum höchsten Gehalt?

Eine spannende Frage, die sich sicherlich schon viele Berufstätige gestellt haben.  Zur Lösung einer solchen Fragestellung, die sich hierarchisch strukturieren lässt, kann die sogenannte Entscheidungsbaumanalyse eine sinnvolle Hilfestellung bieten. Doch wie geht man hier vor? Welche Entscheidungsalternativen hat man?

Auf einer ersten Ebene werden die Alternativen einer Entscheidungssituation dargestellt. Die Auswirkungen führen dann wiederum zu Verästelungen der nachgelagerten Entscheidungsebene. Diese nachgelagerte Entscheidungssituation führt wiederum zu einer nachgelagerten Entscheidungsebene. Ziel ist es, die Auswirkung alternativer Entscheidungsergebnisse über mehrere Entscheidungsebenen hinaus zu simulieren, um Rückschlüsse für die anstehende Entscheidung der ersten Entscheidungs­ebene zu erlangen.

Die nachstehende Abbildung illustriert den Aufbau eines Entscheidungsbaumes anhand eines fiktiven Beispiels aus der beruflichen Karriereplanung.

Auf der ersten Ebene steht der Entscheider vor drei Entscheidungsalternativen, die sich gegenseitig ausschließen:

1) Er kann weiterhin seinen jetzigen Beruf bei seinem derzeitigen Arbeitgeber verfolgen.

2) Er kann ein Master-Studium in Vollzeit beginnen, einhergehend mit einer Berufsunterbrechung.

3) Er kann sein Master-Studium berufsbegleitend beginnen und parallel bei seinem derzeitigen Arbeitgeber weiterarbeiten.

Im Beispiel wird unterstellt, dass er jede dieser drei Anfangsoptionen frei wählen kann, also ohne etwa ein Aufnahmeverfahren in der Hochschule absolvieren zu müssen. Insofern wird auf dieser Ebene auf Eintrittswahrscheinlichkeiten verzichtet. Auf der nächsten Ebene kann ein Studium entweder abgeschlossen oder abgebrochen werden. Beide Ausgänge sind voneinander abhängig und benennen alle denkbaren Alternativen; die Eintrittswahrscheinlichkeiten summieren sich daher auf 100%. Auf der letzten Ebene des Entscheidungsbaumes gibt es für den Arbeitnehmer jeweils drei Möglichkeiten:

1) Er kann auf seiner gegenwärtigen Stelle, und somit auch bei seinem gegenwärtigen Arbeitgeber verbleiben.

2) Er kann bei seinem gegenwärtigen Arbeitgeber verbleiben, dort aber befördert werden.

3) Er kann den Arbeitgeber wechseln und dort eine neue Position bekleiden.

Jede dieser drei Optionen geht mit einem erwarteten Jahreseinkommen einher. Dies wird auch vom gewählten Karrierepfad abhängen: Die Zusatzausbildung eines Masterstudiums wird honoriert wer-den, das Pausieren wird vom bisherigen Arbeitgeber eher kritisch gesehen werden. Der Abbruch des Studiums wird sich auf dem Lebenslauf und bei der Gehaltsfestlegung eher negativ auswirken.

Ausschlaggebend für die Beurteilung der drei Entscheidungsalternativen ist die letzte Spalte mit den gewichteten Werten. Hier wird der Erwartungswert mit den vorgelagerten Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichtet. Alle gewichteten Werte einer Entscheidungsalternativen werden dann aufsummiert. In diesem Beispiel ergibt sich der höchste Erwartungswert für die Option eines berufsbegleitenden Studiums.

Die Entscheidungsbaumanalyse zählt zu den monodimensionalen Entscheidungsregeln bei Risiko. Zu weiteren Entscheidungsmodellen siehe

Jeschke, B.G.: Entscheidungsorientiertes Management. Einführung in eine konzeptionell fundierte, pragmatische Entscheidungsfindung, 2. Aufl., Berlin/Boston 2020

sowie weniger ausführlich bei Lippold, D.: Marktorientierte Unternehmensführung und Digitalisierung. Management im digitalen Wandel, 2. Aufl., Berlin/Boston 2021.

 

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